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Windows Server 2016 – Hybride Lizenzierung, für hybride Cloud-Szenarien

Veröffentlicht am 12.01.2016 um 13:22 Uhr von

Wenn es nach Microsoft geht, dann wird 2016 das Jahr des Windows Servers. Mit dem Release der neuen Windows Server 2016 Version ändert Microsoft einiges hinsichtlich der Lizenzierung des Serverbetriebssystems. Vor einigen Wochen hat Microsoft den Mantel des Schweigens gelüftet und erste Details preisgegeben.

Was ändert sich mit Windows Server 2016?

Auf dem ersten Blick könnte man eher fragen, was ändert sich denn nicht?

Mit dem Erscheinen von Windows Server 2016 plant Microsoft den Weg in hybride Cloud-Szenarien besser zu unterstützen, das heißt detaillierter darzustellen. Der Weg in die Lizenzierung je Prozessorkern schien vorgezeichnet. Von der Lizenzierung je Serverhardware, führte der Weg langsam in Richtung Prozessorsockel und mit Windows Server 2016 zählen wir für die anfallenden Kosten erstmals die Anzahl der Prozessorkerne. Bei aktuellen Hardwarekonfigurationen zahlen wir dabei gegebenenfalls sogar mehr als bisher.

ws corelicensing

Doch ganz so einfach ist das nicht. Bei einer korrekten Lizenzierung müssen Vorgaben eingehalten werden die der Hersteller beim Release in den Produktbestimmungen festhalten wird. Folgende Vorgaben werden für die Lizenzierung von Microsoft gelten:

  • Um einen physikalischen Server zu lizenzieren müssen alle Cores lizenziert werden!
  • Je physischem Prozessorsockel müssen mindestens acht Kerne lizenziert werden! Pro Server gilt es aber mindestens 16 Kerne zu lizenzieren! (minimale Lizenzierung: 16 Kerne)
  • Jede Standard Edition erlaubt es bis zu zwei Betriebssystemumgebungen (OSE = Operating System Environment) auf dem lizenzierten Server zu betreiben, Es können mehrere Windows Server Standard Core-Lizenzen in der gleichen Anzahl an Kernen dem Server zugewiesen werden um weitere OSE’s auf dem Server installieren zu können.
  • Jede Datacenter Edition erlaubt es einem eine unbegrenzte Anzahl an virtuellen Betriebssystemumgebungen auf dem Server zu installieren.
  • Jeder Benutzer/jedes Device muss für einen Zugriff auf einen Windows Server mit einer Windows Server CAL ausgestattet sein. Jede CAL erlaubt es selbstverständlich weiterhin der/dem lizenzierten Person/Gerät auf mehrere Windows Server Instanzen zuzugreifen.
  • Zugriffslizenzen sind abwärtskompatibel und ermöglichen also auch immer noch die Zugriffe auf Vorgängerversionen.
  • Für Dienste wie Remote Desktop Services und Rights Management Services sind zusätzliche Zugriffslizenzen erforderlich

Windows Server Datacenter 2016 wird exklusive Features erhalten.

Neben den Grundlagen zum Cores + CAL – Lizenzmodell, gibt es anders als bei der Einführung von Windows Server 2012, nun wieder Unterschiede bei den Inhalten der Windows Server Edition. Um den Kunden bei den ersten Schritten hin zu Hybridszenarien an die Hand zu nehmen, plant Microsoft den Windows Server Datacenter mit diversen Erweiterungen auszustatten die heute schon durch Azure-Komponenten verfügbar sind.

ws2016 editions

Primäre Editionen des Windows Server 2016 werden weiterhin die Standard und die Datacenter Edition bleiben, die auch immer noch über Volumenlizenzkanäle verfügbar gemacht werden. Neben den Unterschieden in der Anzahl der erlaubten Instanzen, wird der Windows Server Datacenter einige Features exklusiv enthalten.

Ändert sich die Lizenzierung von System Center 2016 auch?

Ja, da System Center unter anderem auch als Bestandteil der Core Infrastructure Server Suite im Bundle mit Windows Server verfügbar ist, wird die Lizenzierung der System Center Server Management Lizenzen (SML) genauso auf eine Lizenzierung je Prozessorkern umgestellt. Die Windows Server Lizenzen und die System Center SML’s werden in 2er-Paketen verfügbar sein, wobei 8x 2er Pakete etwa die gleichen Kosten von einer 2 Prozessorlizenz haben werden.

Ein Rechenbeispiel zur Visualisierung:

Ihr Kunde möchte zwei Server mit je zwei Prozessorsockeln mit je 8 Kernen als Cluster anschaffen. Bei der Konsolidierung der bisherigen Hardware werden 15 virtuelle Maschinen auf der Serverhardware virtualisiert.

Der Kunde hat also die Möglichkeit jeden Server mit einer Windows Server Datacenter Lizenz (EVP ca. 6963,- EUR) auszustatten. So müsste er also 16 Corelizenzen je Server erwerben.

Alternativ hätte der Kunde die Möglichkeit so viele Windows Server Standard Lizenzen (EVP 998,- EUR) zu kaufen das jeder Server die maximale Anzahl an virtuellen Maschinen beherbergen darf. Da jeder Server mindestens für 15 virtuelle Maschinen lizenziert werden muss, benötigt er also 8 x 16 Corelizenzen je Server.

WS2016-BeispielrechnungDer Kunde würde mit den Windows Server Datacenter Lizenzen nicht nur günstiger da stehen, er kann die Anzahl der VM’s ohne Mehrkosten auf der Hardware flexibel nach oben schrauben.

System Center 2012 Lizenzierung – so einfach geht das!

Veröffentlicht am 07.01.2013 um 13:04 Uhr von

Meine Erfahrung zeigt, dass den Meisten das Thema Lizenzierung, schon wegen der oftmals schwammigen Äußerungen von Herstellerseite ein Graus ist. Mit dem Launch der System Center 2012-Familie hat Microsoft sich diesem Problem aber etwas angenommen und wirklich (!) für Besserung gesorgt. Es ist tatsächlich möglich ohne Diplom (oder den einen für ein Solches vermutlich benötigten Zeitaufwand) die Lizenzierung für die System Center 2012-Produktfamilie zu beherrschen. Es gab also erst einmal drei wichtige Änderungen, die mit der neuen Version fest einhergehen.

Drei grobe Richtlinien beschreiben die wichtigsten Änderungen in der Lizenzierung

Da es mit der Standard-SML und der Datacenter-SML (SML = Server Management Lizenz) im Serverbereich nur noch zwei Editionen gibt, gestaltet sich die Lizenzierung tatsächlich einfacher. Wir stellen uns bei der Lizenzierung von System Center 2012 nur noch zwei Fragen:

  • Wie viel und wie leistungsstark ist die Hardware (Anzahl der Prozessorsockel) die ich mit einem Produkt aus der System Center-Familie verwalten möchte?
  • Wie viele virtuelle Instanzen sollen auf der Maschine laufen?

Denn ansonsten erhält der Kunde heute in den Serverlizenzen alles dabei. Es ist also nicht nur das Nutzungsrecht für die komplette System Center-Produktgruppe enthalten, sondern auch der von einigen Modulen benötigte SQL Server. Letzterer ist jedoch nur für die Nutzung mit System Center-Komponenten bestimmt. Der Ort auf den die Software installiert wird ist quasi uninteressant. Lizenziert werden muss also nur noch die Hardware die verwaltet werden soll.

Die Wahl fällt dann je Hardware in das Stacking mehrerer System Center Standard-Lizenzen oder gleich auf die Investition in die System Center Datacenter-Lizenzen, wobei die beiden unterschiedlichen Server-Editionen auf einer Hardware nicht gemischt werden dürfen.

Bei den Client Management Lizenzen ist dieser „Suite-Gedanke“ natürlich weitergeführt worden. Zu den bereits vorher vorhandenen CAL Suites (deren Inhalte hier sehr genau aufgelistet sind) ist es möglich drei unterschiedliche Lizenzpakete aus der System Center Familie per OSE (Operating System Environment, dt. = Betriebssystemumgebung) oder per Benutzer zu lizenzieren.

Client Lizenzierung

Die Configuration Manager CML beinhaltet die Nutzungsrechte des namensgebenden Configuration Managers und des Virtual Machine Managers. Die System Center Endpoint Protection (ehemals Forefront Endpoint Protection), die als Security Lösung nur als Abonnementlizenz verfügbar ist, ist separat verfügbar. Die übrigen Module werden Teil der neuen Client Management Suite. Auch hier gilt: sollte ein Kunde nur Clients verwalten wollen, beispielsweise für die Softwarepaketierung und Inventarisierung mit Hilfe des Configuration Managers, reichen die CMLs vollkommen aus. Sowohl die Software, die auf einem – je nach Skalierung leistungsstarken – Server installiert werden würde, als auch der benötigte SQL Server wären in den Nutzungsrechten der Clientlizenzen enthalten.

Für den Clientbereich ist die Lizenzierung also definitiv einfacher geworden, weil die verwendete Serverhardware bei einem reinen Clientmanagement keine Rolle spielt. Das ermöglicht auch einen smarten Einstieg in das Thema System Management und der Optimierung der eigenen IT-Prozesse im Unternehmen. Die Software Assurance (und damit die Garantie auch Nachfolgeversionen während der Vertragslaufzeit) ist übrigens nun immer bei einem Kauf der neuen Version enthalten.

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