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SCCM 2012 SP1: Pull-Distribution-Point kurz erklärt

Veröffentlicht am 13.03.2013 um 09:46 Uhr von

Eine neue Funktion in Microsoft System Center 2012 Configuration Manager Service Pack 1 ist der sogenannte Pull-Distribution-Point (Pullverteilungspunkt). Doch was steckt dahinter:

Unabhängig von der Release-Version benutzt der Configuration Manager sogenannte Distribution Points, die u.a. zum Speichern von Dateien, die zum Ausführen von Paketen auf Clientcomputern erforderlich sind, genutzt werden. Über diese Distribution Points erhalten Clientcomputer sämtliche Daten, die über den Configuration Manager bereitgestellt werden. Selbstverständlich können in einer Umgebung auch mehrere Distribution Points eingesetzt werden, um z.B. eine WAN-Leitung, die zwei Standorte miteinander verbindet, vor übermäßigem Traffic zu schützen, wenn mehrere Clients auf Daten zugreifen wollen. So können Clientcomputer vom Standort A auf dem Distribution Point A und Clientcomputer vom Standort B auf den Distribution Point B zugreifen. Die Paketdaten müssen dafür einmal über die WAN-Leitung, die die beiden Standorte miteinander verbindet, geschaufelt werden.

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Die klassische Betankung von Distribution Points

Um den Pull-Distribution-Point zu erklären, müssen wir das Szenario noch etwas erweitern. Nehmen wir an, dass wir insgesamt drei Standorte in zwei verschiedenen Ländern mit dem Configuration Manager verwalten müssen. Der Hauptstandort ist in Dortmund (Deutschland) und die beiden anderen Standorte sind in London und Manchester (Großbritannien). Während die Standorte Dortmund und London sowie London und Manchester mit einer performanten WAN-Leitung miteinander verbunden sind, ist Manchester nur mit einer geringen Bandbreite an Dortmund angebunden. Alle drei Standorte besitzen einen eigenen Distribution Point. Angenommen die einzelnen Distribution Points in London und Manchester wurden bislang von Dortmund aus mit Daten versorgt. Durch die geringe Bandbreite zwischen Dortmund und Manchester dauert der Transfer größerer Daten entsprechend lange.

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Der Distribution Point in Manchester nutzt den Distribution Point in Manchester als Quelle

Mit der neuen Pull-Distribution-Point-Option können wir nun festlegen, ob ein Distribution Point einen anderen Distribution Point als Quelle nutzen soll. Dadurch können wir in diesem konkreten Fall den Distribution Point in Manchester über London mit Daten versorgen, wodurch wir die WAN-Verbindung zwischen Dortmund und Manchester nicht belasten. Gleichzeitig erfolgt die Datenaustausch deutlich schneller, da die WAN-Verbindung zwischen London und Manchester eine höhere Bandbreite zur Verfügung stellt.

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Bei der Implementierung muss jedoch folgendes beachtet werden:

  • Der Source-Distribution-Point muss über HTTP kommunizieren, HTTPS wird nicht unterstützt
  • Der Distribution-Point auf einem Site-Server kann nicht als Push-Distribution-Point konfiguriert werden
  • Ein Cloud-Distribution-Point kann weder als Source- noch als Push-Distribution-Point genutzt werden